"Ich bin kein Produkt meiner UMSTÄNDE. Ich bin ein Produkt meiner ENTSCHEIDUNGEN." - Stephen R. Covey

Hallo liebe Freunde, des festsitzenden Schleims,…

mein Name ist Marco, ich bin 25 Jahre alt und habe seit meiner Geburt CF.  Meine Familie, meine Freunde, Ärzte und der Großteil der Gesellschaft würden sagen, ich leide an CF. Warum ich diese Meinung nicht teile, und warum ich der festen Überzeugung bin, dass ich sogar von der Krankheit profitiere, möchte ich euch in diesem Abschnitt erzählen…

Meine Diagnose erhielt ich mit 6 Jahren – als ich mit einer schweren Lungenentzündung und 42 Grad Fieber auf die Intensivstation transportiert wurde.  Ich stand kurz vor einem künstlichen Koma. Mein Zustand war äußerst kritisch.

Ihr fragt euch vielleicht, “wie in aller Welt wurde er nicht vorher schon diagnostiziert?”. Ich sag es euch… Ich bin immer noch genauso ahnungslos, wie damals. In meinen ersten 6 Lebensjahren hatte ich bereits des Öfteren schwerwiegende, gesundheitliche Probleme – mehrere Bronchitiden, eine schreckliche Verdauung, Gewichtsprobleme und viele weitere kleinere Erkältungen. Mein damaliger Arzt hat jedoch nicht im Traum daran gedacht, mich auf CF zu testen. 

Und da lag ich nun – in einem grauen, tristen Zimmer auf der Intensivstation. Kaum Energie. Probleme dabei Augen zu öffnen – geschweige denn etwas zu essen oder gar aufzustehen. Ich hatte das Gefühl, in meinem Kopf sei alles voll mit schwerem und dichten Nebel. Ich war nur körperlich anwesend. Mein Verstand, irgendwo in den tiefen, dunklen Weiten meines Unterbewusstseins. 

Meine Mutter – zu dem Zeitpunkt von Angst durchströmt und immer noch vollkommen ahnungslos, was denn mit ihrem Sohn los sei und ob er überhaupt überleben würde, wich nicht von meiner Seite. Um diese unerträgliche Unwissenheit endlich zu beseitigen, wurde von der ITS eine Ärztin konsultiert – spezialisiert auf Stoffwechselerkrankungen. Sie hat einen kurzen Blick auf mich geworfen, und in weniger als einer Sekunde war es ihr klar. Mir stand es ins Gesicht geschrieben – ich habe Mukoviszidose.

Seither lebe ich mit der Krankheit und den ständigen Ups and Downs, die sie mit sich bringt. Obgleich ich sagen muss, dass das Stadium meiner Lunge sukzessiv schlechter wird – aber das werdet ihr wahrscheinlich auch schon bei euch festgestellt haben. Meine aktuelle körperliche Verfassung würde ich, mit einem FEV1 von 60 – 75%, im Mittelmaß ansehen. Auch wenn der Wert keine einhundert prozentig akkurate Projizierung des körperlichen Zustandes ist, verwende ich ihn, um euch ein Gefühl dafür zu vermitteln. Nichtsdestotrotz weiß ich, dass es möglich ist, sich wieder nach oben zu kämpfen und die 100% zu erreichen. Das Ziel ist immer im Blick – so schwer es auch sein mag.  

Und “warum leidet er denn nun nicht an CF?” werdet ihr euch bestimmt fragen. Ich möchte euch nicht länger auf die Folter spannen 😀 

Natürlich gab es in meiner Krankheitshistorie etliche Phasen voller Leid. Um in diesen Phasen jedoch nicht als komplettes Wrack zu enden, habe ich vor ca. 8 Jahren begonnen, meinen Charakter – bis hin zur bestmöglichen Version von mir – zu formen. Mit dem Ziel, dass mich nichts in dieser Welt, davon abhält, das Leben zu leben, dass ich anstrebe und leben möchte – nicht meine soziale Herkunft, nicht meine schlechten finanziellen Verhältnisse, nicht meine damalige schlechte schulische Ausbildung und schon gar nicht Mukoviszidose!

In diesen 8 Jahren habe ich mir viele gedankliche Ansätze sowie Techniken und Tools erarbeitet. Unter anderem CF als etwas positives zu sehen. Als einen Unterstützer, der mich mit unzähligen Stärken versorgt, die ich heute nutzen kann, um in Freiheit und Unabhängigkeit zu leben. 

Als Beispiel dient meine Situation vor der Diagnose: ITS, Lungenentzündung, 42 Grad Fieber, kurz vor dem künstlichen Koma. Viele Leute würden sagen, es war eine schreckliche Erfahrung, die man am liebsten niemals erlebt hätte. Ich sage, diese Erfahrung war essentiell für meine heutige Situation, meinen mentalen- und auch körperlichen Zustand. In solch einer prägenden Phase eine der größten Herausforderungen zu überwinden, die ein Mensch haben kann, hat mein Unterbewusstsein so extrem beeinflusst, dass es mich mit der Kraft, dem Mut, dem Optimismus und der Beharrlichkeit versorgt, die notwendig ist, um mein vollständiges Potential zu entfalten und meine Vision zu erreichen. 

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